© Evangelische Kirchengemeinde Schönau im Schwarzwald

Die Bergkirche Grundsteinlegung 1925 Am Reformationstag, 1. November 1925, fand die Grundsteinlegung für die evangelische Bergkirche in Schönau statt. Schon viele Jahre vorher bestand bei den Schönauer Protestanten der Wunsch nach einer Kirche. Im August 1924 fasste die damals bereits seit nahezu einem halben Jahrhundert in Schönau bestehende Diasporagemeinde in einer Gemeindeversammlung den einstimmigen und bedeutsamen Entschluss, mit dem Bau eines evangelischen “Kirchleins” zu beginnen: Das “Kirchlein” komme auf einen schön gelegenen Bauplatz auf dem Felsen, Gewann Eggenrütte, zu stehen, wie es hieß. Es werde an diesem Standort trotz bescheidener Größe dem Stadtbild zur Zierde gereichen. Im Jahr 1925 hatte die Pfarrgemeinde sechs namhafte Architekten zu einem Ideenwettbewerb eingeladen. Eingegangen waren acht Entwürfe mit zwei Variationen. Für das Preisgericht unter dem Vorsitz von Kirchenarchitekt Dr. Bartning aus Berlin war es keine leichte Aufgabe, die beste Lösung zu finden. Der 1. November 1925 war für die kleine evangelische Kirchengemeinde ein Freudentag, galt es doch, den Grundstein zu legen. Mit Zug und Autos waren viele Glaubensbrüder und Schwestern herbeigeeilt; um an dem Freudenfest teilzunehmen. Ein riesiger Zug setzte sich damals am Nachmittag vom alten Amtsgericht aus in Bewegung: Schulkinder, Markgräfler Mädchen in kleidsamer Tracht, Schwestern, Geistliche, mit Prälat und Dekan, Kirchenvorstand und Landrat, Bürgermeister und Gemeinderat von Schönau und Behörden, Baukommission, Architekten und Unternehmer, die Kirchenchöre von Zell, Fahrnau, Hasel, Steinen und Schopfheim sowie die evangelische Gemeinde Neuenweg marschierten mit. Bei der feierlichen Grundsteinlegung hielt zunächst Diasporapfarrer Gallè Gebet und Ansprache. Nach der Urkundenverlesung erfolgte die Verschließung und Einmauerung der Urne in den Grundstein: Prälat Kühlewein weihte den Grundstein und führte die ersten Hammerschläge aus: Die Chronik spricht von einer würdigen und einfachen Grundsteinlegungsfeier, umrahmt von Chorvorträgen. In den Abendstunden hatten sich die Diasporagemeinden Todtnau und Schönau zum Abschluss des denkwürdigen Tages im “Sonnensaal” versammelt. Das Richtfest fand am 4. Juli 1926 statt. Dunkle Sorgenwolken brachte nochmals der Herbst, denn die für den Bau verfügbaren Mittel waren erschöpft. Die Ausmalung der Kirche und der Holzverkleidung der Innenwände wurden aufgegeben, die Beschaffung einer Orgel zurück gestellt. Ein noch größerer Freudentag für die evangelische Gemeinde war der 31. Juli 1927, als die Einweihung der Kirche in Anwesenheit großer Prominenz stattfand. Es wird von einer richtigen Volksfeier auf dem in nächster Nähe gelegenen Lötzbergsportplatz berichtet: Über 4000 Festteilnehmer haben sich damals am Umzug durch die Stadt beteiligt. Die Schönauer Gemeinde war in diesen Jahren zunächst nur eine lose Genossenschaft ohne Pfarrrechte: Bereits 1898 war eine Eingabe nach Karlsruhe mit dem Ersuchen um Erhebung zur Kirchengemeinde ergangen. Das Ersuchen wurde jedoch abgelehnt; da der Bestand an ansässigen Familien der Behörde noch zu gering erschien. 1926 war es endlich so weit: Die Diasporagenossenschaft in Schönau wurde zu einer Gesamtkirchengemeinde erhoben. Die Einführung des ersten definitiven Pfarrers erfolgte am 31. Juli 1927.
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Die Bergkirche Grundsteinlegung 1925 Am Reformationstag, 1. November 1925, fand die Grundsteinlegung für die evangelische Bergkirche in Schönau statt. Schon viele Jahre vorher bestand bei den Schönauer Protestanten der Wunsch nach einer Kirche. Im August 1924 fasste die damals bereits seit nahezu einem halben Jahrhundert in Schönau bestehende Diasporagemeinde in einer Gemeindeversammlung den einstimmigen und bedeutsamen Entschluss, mit dem Bau eines evangelischen “Kirchleins” zu beginnen: Das “Kirchlein” komme auf einen schön gelegenen Bauplatz auf dem Felsen, Gewann Eggenrütte, zu stehen, wie es hieß. Es werde an diesem Standort trotz bescheidener Größe dem Stadtbild zur Zierde gereichen. Im Jahr 1925 hatte die Pfarrgemeinde sechs namhafte Architekten zu einem Ideenwettbewerb eingeladen. Eingegangen waren acht Entwürfe mit zwei Variationen. Für das Preisgericht unter dem Vorsitz von Kirchenarchitekt Dr. Bartning aus Berlin war es keine leichte Aufgabe, die beste Lösung zu finden. Der 1. November 1925 war für die kleine evangelische Kirchengemeinde ein Freudentag, galt es doch, den Grundstein zu legen. Mit Zug und Autos waren viele Glaubensbrüder und Schwestern herbeigeeilt; um an dem Freudenfest teilzunehmen. Ein riesiger Zug setzte sich damals am Nachmittag vom alten Amtsgericht aus in Bewegung: Schulkinder, Markgräfler Mädchen in kleidsamer Tracht, Schwestern, Geistliche, mit Prälat und Dekan, Kirchenvorstand und Landrat, Bürgermeister und Gemeinderat von Schönau und Behörden, Baukommission, Architekten und Unternehmer, die Kirchenchöre von Zell, Fahrnau, Hasel, Steinen und Schopfheim sowie die evangelische Gemeinde Neuenweg marschierten mit. Bei der feierlichen Grundsteinlegung hielt zunächst Diasporapfarrer Gallè Gebet und Ansprache. Nach der Urkundenverlesung erfolgte die Verschließung und Einmauerung der Urne in den Grundstein: Prälat Kühlewein weihte den Grundstein und führte die ersten Hammerschläge aus: Die Chronik spricht von einer würdigen und einfachen Grundsteinlegungsfeier, umrahmt von Chorvorträgen. In den Abendstunden hatten sich die Diasporagemeinden Todtnau und Schönau zum Abschluss des denkwürdigen Tages im “Sonnensaal” versammelt. Das Richtfest fand am 4. Juli 1926 statt. Dunkle Sorgenwolken brachte nochmals der Herbst, denn die für den Bau verfügbaren Mittel waren erschöpft. Die Ausmalung der Kirche und der Holzverkleidung der Innenwände wurden aufgegeben, die Beschaffung einer Orgel zurück gestellt. Ein noch größerer Freudentag für die evangelische Gemeinde war der 31. Juli 1927, als die Einweihung der Kirche in Anwesenheit großer Prominenz stattfand. Es wird von einer richtigen Volksfeier auf dem in nächster Nähe gelegenen Lötzbergsportplatz berichtet: Über 4000 Festteilnehmer haben sich damals am Umzug durch die Stadt beteiligt. Die Schönauer Gemeinde war in diesen Jahren zunächst nur eine lose Genossenschaft ohne Pfarrrechte: Bereits 1898 war eine Eingabe nach Karlsruhe mit dem Ersuchen um Erhebung zur Kirchengemeinde ergangen. Das Ersuchen wurde jedoch abgelehnt; da der Bestand an ansässigen Familien der Behörde noch zu gering erschien. 1926 war es endlich so weit: Die Diasporagenossenschaft in Schönau wurde zu einer Gesamtkirchengemeinde erhoben. Die Einführung des ersten definitiven Pfarrers erfolgte am 31. Juli 1927.