Liebe Schönauer Gemeindemitglieder 9. April 2020 Wir   vom   Kirchengemeinderat   und   dem Team   der   Ehrenamtlichen   wünschen   Ihnen   ein   gutes   und   gesegnetes   Osterfest! Wir   können   das   guten   Gewissens   tun,   auch   in   der   momentan   schwierigen   Situation,   weil   Ostern   ja   schon   gewesen   ist. Ostern,   inklusive   dem   Tod   und   der   Auferstehung   Jesu,   hat   bereits   stattgefunden.   Daher   ist   das   Fest   heute   für   uns eine   Erinnerung   daran,   und   deshalb   unabhängig   von   persönlichen   Einschränkungen   oder   gar   Traurigkeiten.   Selbst dann,   wenn   es   keine   Schokoladen-Ostereier   geben   würde,   Ostern   ist   trotzdem.   Vielleicht   bleibt   Ihnen   neben   den Telefonaten   mit   den   Lieben,   dem   Osteressen   und   dem   Spaziergang   ein   bisschen   Zeit   zum   Lesen,   für   das   Grusswort von   Thomas   Lohse   und   den Antworten   der   Theologen   auf   unsere   Frage   „Was   hat   Gott   mit   Corona   zu   tun“?   Ostern   ist trotzdem,   und   deshalb   lassen   Sie   uns   feiern,   trotz   der   Umstände,   in   Erinnerung   an   das,   was   Gott   getan   hat,   wenn auch dieses Jahr etwas anders als sonst. Unter   dem   Motto:   „Wir   bleiben   in   Kontakt“   haben   wir   für   den   April   eine   „Schönau-Gemeinsam-Telefonnummer“   eingerichtet:   Die Nummer   ist   07673   8884784 .   Thomas   Lohse,   als   Prädikant   der   evangelischen   Kirche,   und   Martina   Lohse   sind   unter   dieser   Numme   von   8   20   Uhr   zu   erreichen,   für   Fragen,   Gespräche, Austausch, Anregungen   oder   einfach   nur   so.   Die   zweite   Möglichkeit   in   Kontakt   zu   bleiben ist   über   unsere   homepage :   www.bergkirche-schoenau.de .   Dort   gibt   es   alle   Info-Briefe,   aktuelle   Nachrichten,   Links   zu   Liedern   der Mandelzweigband oder Musik, sowie zum Sofa-Gottesdienst und anderen aktuellen online-Gottesdiensten. Mit herzlichen Grüssen, Ihr Ronald Kaminsky Liebe Schönauer, ganz liebe Ostergrüße! Gerade   geht   mir   das   Wort   vom   Weizenkorn   im   Kopf   herum,   das   sterben   und   in   die   Erde   muss,   um   Frucht   zu   bringen“. (Johannes 12) Der Kreislauf des Lebens mit Auf und ab. Wir   haben   in   unserer   fortschrittlichen   Welt   schon   länger   nicht   mehr   so   bewusst   erlebt,   was   es   heisst,   wenn   man   nicht   alle Möglichkeiten hat. Das ist so ein kleines Stück Sterben, wo man Isolation erlebt und unsere Freiheit eingeschränkt wird. Manche   erfahren   das   sehr   existentiell   und   erleben   Einsamkeit   und   Eingesperrt   Sein.   Für   andere   fällt   nur   mancher   Luxus   weg. Aber    für    alle    wird    der    gewohnte    Lebensrhythmus    durcheinander    gebracht    oder    unterbrochen.    Das    ist    erst    einmal    sehr schmerzhaft.   Andererseits    werden    Dinge,    die    man    bisher    als    selbstverständlich    betrachtet    hat,    zum    wertvollen    Erlebnis. Begegnungen   aller Art,   für   uns   auch   die   Gottesdienste,   Freizeitbeschäftigungen,   Einkaufen   usw.   Plötzlich   geht   nichts   mehr.   Das   Leben   scheint   still zu stehen. Beim Kartenspiel nennt man das *aussetzen* An Ostern geht es um Hoffnung und Leben – Jesus ist auferstanden – damit wir das Leben haben. Die Osterfeier können wir zwar nicht so gestalten wie gewohnt. Mit der Einschränkung bekommen wir aber auch eine neue Chance unser Leben zu überdenken. Nutzen wir diese * Zeit in der Erde* , diese Wüstenzeit, um aus unserem Kreislauf herauszutreten. Das   bedeutet   Still   halten,   Altes   loslassen,   Augen   aufmachen,   die   Gnade   Gottes   annehmen   und   dankbar   auf   das   zu   schauen,   was   vor   uns   liegt. Vielleicht   braucht   es   dazu   ein   Gespräch   oder   Hilfe   von Außen.   Vielleicht   ein   sich   neu   Einlassen   auf   den   Glauben   an   Jesus,   eine   andere Ausrichtung und Zielorientierung im Leben. So kann Ostern 2020 für uns auch etwas ganz Besonderes werden. Vielleicht   gibt   es   ein   Wiederentdecken   von   verlorenen   Lebensbausteinen,   die   uns   früher   einmal   wichtig   waren   und   verloren   gegangen   sind.   Wir können uns gegenseitig ermutigen und kreativ werden, einander zu unterstützen. Es gibt Hoffnung und Zukunft für uns. „Seht   hin;   ich   mache   etwas   Neues;   schon   keimt   es   auf.   Seht   ihr   es   nicht?   Ich   bahne   einen   Weg   durch   die   Wüste   und   lasse   Flüsse   in   der Einöde entstehen“ , schreibt Jesaja im Auftrag Gottes. Da wo es nicht weiterzugehen scheint – gerade da beginnt etwas ganz Neues, Schönes. Corona   geht   vorbei   –   Jesus   bleibt   und   gibt   uns   Neues   Leben.     Hinsehen-   dankbar   werden   –   Ja   sagen   –   Hoffnung   und   Freude   erleben,   an   dem was noch vor uns liegt. Gottes Segen dazu! Gern mehr im persönlichen Gespräch, Ihr Thomas Lohse Aufgeschnappte Fragen in diesen Tagen an Theologen, die wir in Schönau kennen: Manch   einer   mag   sich   in   diesen   Tagen   die   Frage   stellen:   Was   hat   Gott   mit   Corona   zu   tun?   Wir   sind   im   Moment   noch   ohne   Pfarrer/in   aber wir   kennen   einige   Theologen,   die   in   Schönau   schon   gepredigt   haben.   Diesen   „Profis“   haben   wir   diese   Frage   gestellt:   Ist   der   Corona   Virus mit   dem   Namen   "SARS-CoV-2"   eine   Strafe   Gottes,   so   wie   es   in   den   USA   von   manchen   Superfrommen   gesagt   wird?   Ist   SARS-CoV-2   nicht   auch ein   Teil   von   Gottes   Schöpfung?   Oder   ist   die   Epidemie   das   Eingreifen   Gottes   bevor   wir   als   Menschheit   die   Erde   unumkehrbar   in   den Klimakollaps   treiben,   sozusagen   ein   letzter   Wachrüttler?     Oder   hat   diese   COVID-19   Epidemie,   wie   die   Krankheit   heisst,   gar   nichts spezielles mit Gott zu tun, und ist wie manch andere Krankheit ein Ereignis, mit dem jeder persönlich fertig werden muss? Antwort von Dekan i.R. Hans-Joachim Zobel aus Freiburg: Leben   in   einer   globalen   Welt   –   wir   schätzen,   dass   wir   viele   Dinge   günstig   bekommen,   wir   freuen   uns   daran,   fast   überall   hinreisen   zu   können.   Und wir   sind   reicher   an   Erfahrungen,   mit   den   wir   aus   nahen   und   fernen   Ländern   kommen.   Den Austausch   rund   um   den   Globus   will   keiner   mehr   missen   wir sind verbunden, vernetzt und auch von einander abhängig. In   dieser   mobilen   Welt   hat   sich   durch   viele   Menschen   auch   ein   Virus   rund   um   die   Welt   verbreitet;   wachsame   Länder   wie   Singapur   und   Vietnam haben sofort radikal reagiert und scheinen glimpflich davon gekommen zu sein. Andere, wie auch die USA, haben viel zu lange von höchster Stelle verharmlosend öffentlich Stellung genommen. Doch   als   sich   alles   anders   darstellte,   suchte   man   nach   Sündenböcken   –   statt   sich   an   die   eigene   Nase   zu   fassen,   und   nach   Schuldigen,   denen   man alles   anlasten   kann.   Und   nach   Erklärungen:   das   ist   eine   Strafe   Gottes,   wurde   von   Evangelikalen   nicht   nur   um   den   amerikanischen   Präsidenten behauptet. Gott   straft   nicht   durch   Krankheiten,   sie   sind   auch   keine   Folge   von   Sünden,   das   lässt   uns   Jesus   wissen.   Gott   läßt   über   Gute   und   Böse   die   Sonne scheinen,   an   Krebs   erkranken   Gläubige   und   Nichtgläubige.   Gott   schickt   durch   die   Corona-Viren   keine   zweite   Sintflut,   denn   er   hat   mit   dem   Zeichen des Regenbogens versprochen, dass er die Welt in Zukunft davor verschonen will. In   der   Schöpfung   am Anfang   der   Zeiten   gab   Gott   der   Welt   Strukturen,   es   kam   der   Wechsel   von   Tag   und   Nacht,   Licht   und   Finsternis.   Und   das   gehört weiter   zu   unserer   Welt,   die   Sonnen-   und   die   Schattenseiten.   Wäre   Krankheit   eine   Strafe   Gottes,   so   wäre   Gott   nicht   Mensch   geworden.   Doch   Jesus hat Menschen Heil für ihr Leben erfahren lassen, er hat sie ins Leben zurückgebracht – oft auch ohne Rücksicht auf ihre Glaubensgeschichte. In   der   Verletzlichkeit   des   Menschen   liegt   keine   Strafe   Gottes,   sondern   die   Ehrlichkeit,   wie   Gott   uns   geschaffen   hat.   Die Ambivalenzen   wie   auch   die Gefährdungen   des   Lebens   bleiben   –   so   hat   Gott   uns   selbst   und   uns   aneinander   und   seine   Schöpfung   anvertraut.   Wichtig   ist   selbst   in   dieser   Krise, dass wir so verantwortlich leben, dass wir diese Krankheit nicht zur Strafe für andere werden lassen. Einen   Tröster,   den   Geist   Gottes   sende   ich   euch,   sagt   Jesus   im   Johannesevangelium,   damit   wir   in   allen   Ambivalenzen   unseres   Leben   Trost   und Stärkung   erfahren,   dass   uns   ein   Geist   begleitet,   der   uns   in   Gottes   Nähe   sein   lässt,   ein   Geist,   der   sich   mit   den   Lebenden   freut   und   mit   der   leidenden Schöpfung seufzt. Wie weit weg ist vom diesem Geist der Geist der Strafe. Eben    dieser    Geist    motiviert    und    setzt    Kräfte    frei,    er    verbindet    und    stiftet    Solidarität,    er    sieht    die    Schwachen    und    gibt    den    Starken Durchhaltevermögen, das ist Gottes Geschenk gerade auch für diese nicht einfache Zeit. Herzliche Grüße Achim Zobel Antwort von Dekanin Bärbel Schäfer aus Lörrach: Rund   um   den   Erdball   ereignen   sich   seit   Jahrhunderten   unfassliche   Katastrophen,   für   ganze   Völker,   für   Einzelpersonen.   Viele Menschen fragen dann: Schickt dies Gott, um uns, um mich zu strafen? Die   vielen   Geflüchteten   der   letzten   Jahre,   die   in   Lagern   festsitzen,   in   Kälte   und   völliger   Perspektivlosigkeit.   Hungernde   im Jemen,   vergessen   von   der   Welt.   Menschen   in   unserem   Partnerkirchenbezirk   Dikome   in   Kamerun,   im   Bürgerkrieg,   von   dem die Medien auch fast nie berichten. All die befinden sich in Ausnahmesituationen, haben keine Sicherheiten für ihr Leben. Nun    ist    diese    Frage    uns    ganz    nah    auf    den    Leib    gerückt.    Wir    sind    plötzlich    direkt    betroffen.    Und    eben    nicht    als Einzelpersonen,   die   sich   mit   einer   schweren   Krankheit   auseinandersetzen   oder   einem   schrecklichen   Verlust   verkraften   muss,   sondern   als   Gesellschaft, als   Teil   Europas,   weltweit.   Uns   ist   es   auf   den   Leib   gerückt.   Es   ist   keine   Katastrophe   „irgendwo“,   sondern   direkt   bei   uns.   Das   ist   neu.   Wir   merken plötzlich,   wir   haben   das   alles   nicht   mehr   im   Griff,   können   nicht   wie   üblich   unsre   Wege   gehen,   unsere   Pläne   schmieden,   unsre   Freiheit   ausleben.   Unser Leben und das unserer Lieben ist bedroht. Ich   meine:   All   diese   Katastrophen   -   nicht   nur   Corona!   -   stellt   uns   die   Frage   nach   unserer   Verantwortung   und   stellt   die   Frage:   Was   macht   das   mit unserem Glauben? Diese   Krise   bringt   uns   dazu,   uns   neu   zu   besinnen   und   neue   Wege   zu   gehen.   Es   wird   uns   bewusst,   wie   verletzlich   wir   sind. Auch   unser   Wirtschafts-   und Finanzsystem – es ist anfällig und zeigt so rasch massive Krisenphänomene. Wer   möchte   schon   gerne   verletzlich   sein?   Wir   fühlen   uns   gerne   stark   und   allem   gewachsen,   was   uns   widerfährt.   Und   spüren   nun   ganz   neu   und   ganz klar: Wir sind als Menschen grundsätzlich verletzlich. Als   Menschen   sind   wir   Gottes   Ebenbild.   Auch   Gott   zeigt   sich   verletzlich:   Ich   sehe   Jesus,   den   Christus,   als   Mensch   auf   dieser   Erde   und   dem   nicht gewachsen, was die Menschen ihm antun wollten. Er hat ihn nicht im Griff, den Prozess, der ihm gemacht wird. Er scheitert und stirbt. Vieles,   was   uns   in   der   jüdisch-christlichen   Botschaft   erzählt   und   ans   Herz   gelegt   wird,   weist   uns   hin   auf   eben   diese   Verletzlichkeit   und   auf   hilfreiche Wege,   damit   umzugehen.   Ich   glaube,   die   Menschheit   hat   dies   zu   wenig   beherzigt.   Viele   von   den   Regeln,   die   uns   gegeben   sind,   helfen,   die   Erde verantwortungsvoll   zu   bebauen   und   alle   Geschöpfe   zu   bewahren.   Wir   haben   die   Chance,   immer   noch,   umzukehren   und   auf   neue   Wege   und   auf   andere Visionen zu setzen als in den letzten Jahrzehnten. Ich   bin   sehr   beeindruckt,   wie   viele   Menschen   sich   unermüdlich   engagieren,   um   zu   helfen,   um   innovative   Ideen   umzusetzen,   damit   Menschen gesundwerden,   nicht   angesteckt   werden,   in   der   Isolation   bestehen   können.   Auch   in   der   Forschung   werden   große   Schritte   gegangen.   Das   sind   alles Zeichen von Hoffnung! Das wird uns prägen beim Weg in die Zukunft. Der   Glaube   an   Gott,   der   uns   in   Jesus   Christus   ganz   nah   gekommen   ist,   kann   uns   helfen,   nicht   ängstlich   sich   zu   ducken,   weil   da   ein   strafender   Gott   am Werk ist. Nein. Sondern auf den Mut zu vertrauen, den Gott uns in Herz senken will. Die   Welt   ist   stiller   geworden.   Sicher   auch   Ihr   Alltag!   Die   Stille   bietet   die   Chance   zu   hören.   Nicht   nur   auf   Stimmen   im   Fernsehen   und   Radio   und   in sozialen   Netzwerken.   Das   ist   wichtig,   aber   nicht   alles.   Hören   Sie   auf   das,   was   in   Ihrem   Herzen   aufkeimt   und   zu   Ihnen   spricht,   wenn   Sie   die   Stille aushalten. Vielleicht   klingt   ein   Bibelvers   viel   kräftiger   in   Ihnen   nach   als   sonst   im   Getümmel   des Alltags?   „Gott   hat   uns   nicht   gegeben   den   Geist   der   Verzagtheit, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (2.Tim.1,7) Das tröstet, stärkt mich. Zudem: „In   Gott   leben,   weben,   sind   wir“.   Dieser   Vers   aus   der   Apostelgeschichte   verweist   uns   zu   einander   und   verbindet   uns   mit   Gott.   Kein   Mensch   „muss persönlich   mit   dieser   Krise   fertig   werden“   (Zitat   aus   der   Eingangsfrage).   Gott   bietet   an,   uns   zu   begleiten,   seinen   Worten   und   seiner   Geistkraft   zu vertrauen. Er ist kein Gott der Strafe, sondern Immanuel - Gott mit uns. Mit guten Wünschen in schweren Zeiten. Ihre B. Schäfer Antwort von Pfr. i.R. Nicol Kaminsky aus Essen: Was hat Gott mit Corona zu tun? Die Frage müsste eher lauten: Was hat Gott mit mir in Zeiten von Corona zu tun? Ob   ich   infiziert   bin   oder   nicht,   ob   ich   sehr   krank   werde   oder   das   Virus   spurlos   an   mir   vorübergeht   –   in   allem   ist   Gott gegenwärtig   und   mir   nah.   Ich   habe   die   Aufgabe   verantwortlich   mit   den   Herausforderungen   der   Zeit   umzugehen,   dazu gehört   auch   die   Bedrohung   durch   das   Virus.   Ich   arbeite   nicht   „systemrelevant“,   sondern   gehöre   zu   einer   Risikogruppe.   Für mich   heißt   Verantwortung   zu   übernehmen   darum,   andere   und   mich   -   so   gut   es   mir   möglich   ist   -   zu   schützen   und   zu   helfen, wo   ich   kann.   Ich   habe   die   Chance   für   andere   und   mich   selbst   zu   beten   –   um   Kraft,   um   Geduld,   um   Liebe,   Beharrlichkeit   und   Trost   –   und   so   zur Entlastung   und   Gelassenheit   beizutragen.   Ich   kann   natürlich   auch   für   Gesundheit   beten,   weil   ich   die   Gewissheit   habe,   dass   letztlich   die   Welt   in Gottes Händen liegt, ich kann aber Gott nicht zwingen, Wunder zu tun. Ich   bin   mir   sicher,   dass   Menschen,   die   durch   persönliche   Krisen   herausgefordert   werden   –   dazu   gehören   auch   Erkrankungen   –   neu   Vertrauen   zu   Gott finden   können.   Ich   glaube   aber   nicht,   dass   Gott   Herausforderungen   wie   Kriege   oder   Krankheit   zu   einem   System   macht,   mit   dem   er   uns   quasi erpresst.   Gottes   Wesen   ist   die   Liebe,   er   lädt   uns   ein,   er   will   Gutes   für   uns.   Er   will   mit   uns   in   Beziehung   treten,   darum   lässt   er   uns   die   Freiheit,   auf sein Angebot   zu   antworten.   Im   2.   Korintherbrief   (Kapitel   5,   19)   heißt   es,   dass   Gott   die   Welt   mit   sich   versöhnt   hat   in   Christus.   Für   mich   ist   es   absurd zu glauben, dass er dann trotzdem die Menschheit durch einen Virus strafen würde. Antwort von Pfr. Helmuth Wolff aus Zell: Ist     CORONA   eine   Strafe   Gottes?   Wenn   ja,   dann   müsste   man   auf   jeden   Fall   wissen,   für   was,   sonst   wäre   eine   Strafe   auf jeden   Fall   völig   sinnlos.   In   der   Bibel   gibt   es   den   Gedanken   öfters.   König   David   wir   für   seine   Eitelkeit   bestraft,   das   Volk, das   nichts   dafür   kann,   gleich   mit.   Im   NT   wird   ein   heuchlerisches   Ehepaar   bestraft   usw.   aber   wer   sagt   uns,   dass   das Strafen   Gottes   sind?   Ich   könnte   das   nicht.   Wenn   überhaupt,   denke   ich,   kann   man   von   Strafen   Gottes   nur   persönlich reden, weil man etwas für sich so empfindet. Aber sonst? Nun   kam   aber   ein   schweizer Arzt   kürzlich   mit   dem   Gedanken   um   die   Ecke,   die   »Evolution«   könnte   uns   das   Corona-Virus geschickt   haben,   um   wieder   etwas   »in   Ordnung«   zu   bringen.   Erstaunlich.   Die   »Evolution«   will   uns   noch   eine   Chance geben.   Damit   es   nicht   so   kommt:   Treffen   sich   zwei   Planeten.   Der   eine:   »Du   siehst   furchtbar   aus«.   Der   andere:   »Ach,   ich habe   die   Menschen«.   Darauf   der   erste:   »Ja,   das   ist   übel,   aber   sei   froh,   das   geht   vorbei…«   Der   Mensch,   eine   Virus,   das dann   irgendwann   vom   Immunsystem   abgetötet   wird?   Leider   verhalten   wir   uns   öfters   genau   wie   ein   Virus:   Wir   beuten   den   Wirt   aus,   bis   er   nichts mehr hergibt. Trotzdem,   ich   denke   nicht,   dass   jemand   von   uns   die   Kompetenz   und   die   Autorität   hat,   etwas   als   die   Strafe   Gottes   zu   bezeichnen,   auch   nicht   das Corona-Virus.   Zumal,   wenn   es   andere   betrifft.   Aber   ob   uns   das   Virus   auf   Fehlentwicklungen   aufmerksam   machen   könnte?   Das   wäre   nicht   der verkehrteste   Gedanke.   Doch   auch   das   müssen   wir   selber   deuten.   Mir   persönlich   fiele   da   einiges   ein,   wo   ich   den   Eindruck   habe,   dass   wir   so   nicht weiter   machen   können,   allen   voran,   dass   unsere   Staaten   nur   funktionieren,   wenn   es   ständiges   Wirtschaftswachstum   und   mehr   Konsum   gibt.   Denn das würde für alle bald 8 Milliarden Menschen niemals gehen, so viele Ressourcen hat dieser Planet nicht. Es   ist   schon   erstaunlich,   wie   ein   Virus   unser   ganzes   System   ins   Wanken   bringt.   Ich   persönlich   möchte   nicht   von   einer   Strafe   Gottes   reden,   aber   ein: »Halt,   denk   mal   nach,   bevor   es   zu   spät   ist!«,   das   könnte   Corona   schon   sein.   Dann   wäre   es   keine   Strafe,   sonder   eine   Chance,   freilich   nur   für   die Überlebenden.   Das   wäre   das   Zynische   an   dieser   Überlegung. Andererseits   haben   wir   das   öfters,   dass   einige   die   Suppe   einbrocken   und   die   Mehrheit muss sie (mit) auslöffeln. Wir Menschen leben nun einmal in einer Verantwortungsgemeinschaft. Also, Corona eine Strafe Gottes? Ich könnte das nicht sagen. Eine Warnung, eine Mahnung? Wenn wir uns das wirklich zu Herzen nähmen, dann wäre es sicher nicht verkehrt. Da spielt es auch keine Rolle, ob jemand denkt, das schickt uns Gott oder »die Evolution«. Hauptsache erst einmal, wir ändern etwas, und zwar so, dass alle etwas zum Leben haben. Gemeinsames Abendgebet und Gottesdienst Wir   laden   ein,   zum   Sofa   -   Gottesdienst   der   Evangelischen   Dreisam3-   Gemeinde   in   Freiburg.   Jürgen   Ander   wird   jeden   Samstagabend   einen   Link   zu dem   jeweiligen   Sofa-Gottesdienst   hochschalten.   So   gelangen   Sie   zu   dem   Gottesdienst   mit   Impulsen,   Texten,   Gebeten   und   Liedern   –   zum mitsprechen und mitsingen oder zuhören. Die   Evangelische   Landeskirche   in   Baden   ruft   dazu   auf,   sich   jeden   Abend   um   19.30   Uhr   für   ein   gemeinsames   Gebet   Zeit   zu   nehmen.   In   vielen badischen   Kirchengemeinden   läuten   –   teilweise   auch   ökumenisch   –   um   diese   Zeit   außerdem   die   Kirchenglocken   und   rufen   zum   Gebet.   Gläubige können   so   allabendlich   ihr   ganz   persönliches   Gebet   formulieren   oder   sich   von   aktuellen   Gebeten   inspirieren   lassen.   Ideen   dazu   sind   gesammelt unter www.ekiba.de/kirchebegleitet . In einer weiteren Aktion – initiiert von der katholischen Kirche in Oberhausen -, die sich inzwischen überregional und konfessionsübergreifend verbreitet hat, wird dazu aufgerufen, um 19 Uhr eine Kerze ins Fenster zu stellen und dabei das Vaterunser zu beten. Digitales Kirchenkaffee Sonntags   nach   dem   Gottesdienst   haben   wir   ja   üblicherweise   unser   Kirchenkaffee.   Das   ist   zur   Zeit   so   nicht   möglich,   aber   in   einer   Telefonkonferenz können   wir   Sonntags   ab   11   Uhr   ein   Digitales   Kirchenkaffee   anbieten.   Jede   und   Jeder,   der   den   digitalen   Kaffee   oder   Tee   mittrinken   möchte,   bitte seine oder ihre Telefonnummer bei Thomas Lohse 07673 8884784 angeben, und wir rufen Sie an - in die Telefonschalte.
Liebe  Schönauer Gemeindeglieder - wir bleiben in Kontakt!

© Evangelische Kirchengemeinde Schönau im Schwarzwald

Bild: JA
Above All- Esther Kaminsky
Evangelische Kirchengemeinde Schönau

© Evangelische Kirchengemeinde Schönau im Schwarzwald

Bild: JA
Liebe Schönauer Gemeindemitglieder 9. April 2020 Wir   vom   Kirchengemeinderat   und   dem   Team   der   Ehrenamtlichen   wünschen   Ihnen   ein   gutes   und   gesegnetes   Osterfest!   Wir   können   das   guten   Gewissens   tun,   auch   in der   momentan   schwierigen   Situation,   weil   Ostern   ja   schon   gewesen   ist.   Ostern,   inklusive   dem   Tod   und   der   Auferstehung   Jesu,   hat   bereits stattgefunden.   Daher   ist   das   Fest   heute   für   uns   eine   Erinnerung   daran,   und   deshalb   unabhängig   von   persönlichen   Einschränkungen   oder   gar Traurigkeiten.   Selbst   dann,   wenn   es   keine   Schokoladen-Ostereier   geben   würde,   Ostern   ist   trotzdem.   Vielleicht   bleibt   Ihnen   neben   den Telefonaten   mit   den   Lieben,   dem   Osteressen   und   dem   Spaziergang   ein   bisschen   Zeit   zum   Lesen,   für   das   Grusswort   von   Thomas   Lohse   und   den Antworten   der   Theologen   auf   unsere   Frage   „Was   hat   Gott   mit   Corona   zu   tun“?   Ostern   ist   trotzdem,   und   deshalb   lassen   Sie   uns   feiern,   trotz der Umstände, in Erinnerung an das, was Gott getan hat, wenn auch dieses Jahr etwas anders als sonst. Unter   dem   Motto:   „Wir   bleiben   in   Kontakt“   haben   wir   für   den April   eine   „Schönau-Gemeinsam-Telefonnummer“   eingerichtet:   Die   Nummer   ist 07673   8884784 .     Thomas   Lohse,   als   Prädikant   der   evangelischen   Kirche,   und   Martina   Lohse   sind   unter   dieser   Numme   von   8   –   20   Uhr   zu erreichen,   für   Fragen,   Gespräche,   Austausch,   Anregungen   oder   einfach   nur   so.   Die   zweite   Möglichkeit   in   Kontakt   zu   bleiben   ist   über   unsere homepage:   www.bergkirche-schoenau.de .   Dort   gibt   es   alle   Info-Briefe,   aktuelle   Nachrichten,   Links   zu   Liedern   der   Mandelzweigband   oder Musik, sowie zum Sofa-Gottesdienst und anderen aktuellen online-Gottesdiensten. Mit herzlichen Grüssen, Ihr Ronald Kaminsky Liebe Schönauer, ganz liebe Ostergrüße! Gerade   geht   mir   „das   Wort   vom   Weizenkorn   im   Kopf   herum,   das   sterben   und   in   die   Erde   muss,   um   Frucht   zu   bringen“.   (Johannes   12) Der Kreislauf des Lebens mit Auf und ab. Wir   haben   in   unserer   fortschrittlichen   Welt   schon   länger   nicht   mehr   so   bewusst   erlebt,   was   es   heisst,   wenn   man   nicht   alle   Möglichkeiten hat. Das ist so ein kleines Stück Sterben, wo man Isolation erlebt und unsere Freiheit eingeschränkt wird. Manche   erfahren   das   sehr   existentiell   und   erleben   Einsamkeit   und   Eingesperrt   Sein.   Für   andere   fällt   nur   mancher   Luxus   weg.   Aber   für alle   wird   der   gewohnte   Lebensrhythmus   durcheinander   gebracht   oder   unterbrochen.   Das   ist   erst   einmal   sehr   schmerzhaft. Andererseits werden   Dinge,   die   man   bisher   als   selbstverständlich   betrachtet   hat,   zum   wertvollen   Erlebnis.   Begegnungen   aller   Art,   für   uns   auch   die Gottesdienste,   Freizeitbeschäftigungen,   Einkaufen   usw.   Plötzlich   geht   nichts   mehr.   Das   Leben   scheint   still   zu   stehen.   Beim   Kartenspiel nennt man das *aussetzen* An Ostern geht es um Hoffnung und Leben – Jesus ist auferstanden – damit wir das Leben haben. Die Osterfeier können wir zwar nicht so gestalten wie gewohnt. Mit der Einschränkung bekommen wir aber auch eine neue Chance unser Leben zu überdenken. Nutzen wir diese *Zeit in der Erde*, diese Wüstenzeit, um aus unserem Kreislauf herauszutreten. Das   bedeutet   Still   halten,   Altes   loslassen,   Augen   aufmachen,   die   Gnade   Gottes   annehmen   und   dankbar   auf   das   zu   schauen,   was   vor   uns   liegt.   Vielleicht   braucht   es dazu   ein   Gespräch   oder   Hilfe   von Außen.   Vielleicht   ein   sich   neu   Einlassen   auf   den   Glauben   an   Jesus,   eine   andere Ausrichtung   und   Zielorientierung   im   Leben.   So   kann Ostern 2020 für uns auch etwas ganz Besonderes werden. Vielleicht   gibt   es   ein   Wiederentdecken   von   verlorenen   Lebensbausteinen,   die   uns   früher   einmal   wichtig   waren   und   verloren   gegangen   sind.   Wir   können   uns gegenseitig ermutigen und kreativ werden, einander zu unterstützen. Es gibt Hoffnung und Zukunft für uns. „Seht   hin;   ich   mache   etwas   Neues;   schon   keimt   es   auf.   Seht   ihr   es   nicht?   Ich   bahne   einen   Weg   durch   die   Wüste   und   lasse   Flüsse   in   der   Einöde   entstehen“,   schreibt Jesaja im Auftrag Gottes. Da wo es nicht weiterzugehen scheint – gerade da beginnt etwas ganz Neues, Schönes. Corona   geht   vorbei   –   Jesus   bleibt   und   gibt   uns   Neues   Leben.     Hinsehen-   dankbar   werden   –   Ja   sagen   –   Hoffnung   und   Freude   erleben,   an   dem   was   noch   vor   uns   liegt. Gottes Segen dazu! Gern mehr im persönlichen Gespräch, Ihr Thomas Lohse Aufgeschnappte Fragen in diesen Tagen an Theologen, die wir in Schönau kennen: Manch   einer   mag   sich   in   diesen   Tagen   die   Frage   stellen:   Was   hat   Gott   mit   Corona   zu   tun?   Wir   sind   im   Moment   noch   ohne   Pfarrer/in   aber   wir   kennen einige   Theologen,   die   in   Schönau   schon   gepredigt   haben.   Diesen   „Profis“   haben   wir   diese   Frage   gestellt:   Ist   der   Corona   Virus   mit   dem   Namen   "SARS- CoV-2"   eine   Strafe   Gottes,   so   wie   es   in   den   USA   von   manchen   Superfrommen   gesagt   wird?   Ist   SARS-CoV-2   nicht   auch   ein   Teil   von   Gottes   Schöpfung? Oder   ist   die   Epidemie   das   Eingreifen   Gottes   bevor   wir   als   Menschheit   die   Erde   unumkehrbar   in   den   Klimakollaps   treiben,   sozusagen   ein   letzter Wachrüttler?     Oder   hat   diese   COVID-19   Epidemie,   wie   die   Krankheit   heisst,   gar   nichts   spezielles   mit   Gott   zu   tun,   und   ist   wie   manch   andere   Krankheit ein Ereignis, mit dem jeder persönlich fertig werden muss? Antwort von Dekan i.R. Hans-Joachim Zobel aus Freiburg: Leben   in   einer   globalen   Welt   –   wir   schätzen,   dass   wir   viele   Dinge   günstig   bekommen,   wir   freuen   uns   daran,   fast   überall   hinreisen   zu   können.   Und   wir   sind   reicher   an Erfahrungen,   mit   den   wir   aus   nahen   und   fernen   Ländern   kommen.   Den   Austausch   rund   um   den   Globus   will   keiner   mehr   missen   –   wir   sind   verbunden,   vernetzt   und auch von einander abhängig. In   dieser   mobilen   Welt   hat   sich   durch   viele   Menschen   auch   ein   Virus   rund   um   die   Welt   verbreitet;   wachsame   Länder   wie   Singapur   und   Vietnam   haben   sofort   radikal reagiert und scheinen glimpflich davon gekommen zu sein. Andere, wie auch die USA, haben viel zu lange von höchster Stelle verharmlosend öffentlich Stellung genommen. Doch   als   sich   alles   anders   darstellte,   suchte   man   nach   Sündenböcken   –   statt   sich   an   die   eigene   Nase   zu   fassen,   und   nach   Schuldigen,   denen   man   alles   anlasten   kann. Und nach Erklärungen: das ist eine Strafe Gottes, wurde von Evangelikalen nicht nur um den amerikanischen Präsidenten behauptet. Gott   straft   nicht   durch   Krankheiten,   sie   sind   auch   keine   Folge   von   Sünden,   das   lässt   uns   Jesus   wissen.   Gott   läßt   über   Gute   und   Böse   die   Sonne   scheinen,   an   Krebs erkranken   Gläubige   und   Nichtgläubige.   Gott   schickt   durch   die   Corona-Viren   keine   zweite   Sintflut,   denn   er   hat   mit   dem   Zeichen   des   Regenbogens   versprochen,   dass er die Welt in Zukunft davor verschonen will. In   der   Schöpfung   am Anfang   der   Zeiten   gab   Gott   der   Welt   Strukturen,   es   kam   der   Wechsel   von   Tag   und   Nacht,   Licht   und   Finsternis.   Und   das   gehört   weiter   zu   unserer Welt,   die   Sonnen-   und   die   Schattenseiten.   Wäre   Krankheit   eine   Strafe   Gottes,   so   wäre   Gott   nicht   Mensch   geworden.   Doch   Jesus   hat   Menschen   Heil   für   ihr   Leben erfahren lassen, er hat sie ins Leben zurückgebracht – oft auch ohne Rücksicht auf ihre Glaubensgeschichte. In   der   Verletzlichkeit   des   Menschen   liegt   keine   Strafe   Gottes,   sondern   die   Ehrlichkeit,   wie   Gott   uns   geschaffen   hat.   Die Ambivalenzen   wie   auch   die   Gefährdungen   des Lebens   bleiben   –   so   hat   Gott   uns   selbst   und   uns   aneinander   und   seine   Schöpfung   anvertraut.   Wichtig   ist   selbst   in   dieser   Krise,   dass   wir   so   verantwortlich   leben,   dass wir diese Krankheit nicht zur Strafe für andere werden lassen. Einen Tröster,   den   Geist   Gottes   sende   ich   euch,   sagt   Jesus   im   Johannesevangelium,   damit   wir   in   allen Ambivalenzen   unseres   Leben Trost   und   Stärkung   erfahren,   dass uns   ein   Geist   begleitet,   der   uns   in   Gottes   Nähe   sein   lässt,   ein   Geist,   der   sich   mit   den   Lebenden   freut   und   mit   der   leidenden   Schöpfung   seufzt.   Wie   weit   weg   ist   vom diesem Geist der Geist der Strafe. Eben   dieser   Geist   motiviert   und   setzt   Kräfte   frei,   er   verbindet   und   stiftet   Solidarität,   er   sieht   die   Schwachen   und   gibt   den   Starken   Durchhaltevermögen,   das   ist Gottes Geschenk gerade auch für diese nicht einfache Zeit. Herzliche Grüße Achim Zobel Antwort von Dekanin Bärbel Schäfer aus Lörrach: Rund   um   den   Erdball   ereignen   sich   seit   Jahrhunderten   unfassliche   Katastrophen,   für   ganze   Völker,   für   Einzelpersonen.   Viele Menschen fragen dann: Schickt dies Gott, um uns, um mich zu strafen? Die   vielen   Geflüchteten   der   letzten   Jahre,   die   in   Lagern   festsitzen,   in   Kälte   und   völliger   Perspektivlosigkeit.   Hungernde   im Jemen,   vergessen   von   der   Welt.   Menschen   in   unserem   Partnerkirchenbezirk   Dikome   in   Kamerun,   im   Bürgerkrieg,   von   dem   die Medien auch fast nie berichten. All die befinden sich in Ausnahmesituationen, haben keine Sicherheiten für ihr Leben. Nun    ist    diese    Frage    uns    ganz    nah    auf    den    Leib    gerückt.    Wir    sind    plötzlich    direkt    betroffen.    Und    eben    nicht    als Einzelpersonen,   die   sich   mit   einer   schweren   Krankheit   auseinandersetzen   oder   einem   schrecklichen   Verlust   verkraften   muss, sondern   als   Gesellschaft,   als   Teil   Europas,   weltweit.   Uns   ist   es   auf   den   Leib   gerückt.   Es   ist   keine   Katastrophe   „irgendwo“, sondern   direkt   bei   uns.   Das   ist   neu.   Wir   merken   plötzlich,   wir   haben   das   alles   nicht   mehr   im   Griff,   können   nicht   wie   üblich   unsre   Wege   gehen,   unsere   Pläne schmieden, unsre Freiheit ausleben. Unser Leben und das unserer Lieben ist bedroht. Ich meine: All diese Katastrophen - nicht nur Corona! - stellt uns die Frage nach unserer Verantwortung und stellt die Frage: Was macht das mit unserem Glauben? Diese   Krise   bringt   uns   dazu,   uns   neu   zu   besinnen   und   neue   Wege   zu   gehen.   Es   wird   uns   bewusst,   wie   verletzlich   wir   sind. Auch   unser   Wirtschafts-   und   Finanzsystem   es ist anfällig und zeigt so rasch massive Krisenphänomene. Wer   möchte   schon   gerne   verletzlich   sein?   Wir   fühlen   uns   gerne   stark   und   allem   gewachsen,   was   uns   widerfährt.   Und   spüren   nun   ganz   neu   und   ganz   klar:   Wir   sind   als Menschen grundsätzlich verletzlich. Als   Menschen   sind   wir   Gottes   Ebenbild. Auch   Gott   zeigt   sich   verletzlich:   Ich   sehe   Jesus,   den   Christus,   als   Mensch   auf   dieser   Erde   und   dem   nicht   gewachsen,   was   die Menschen ihm antun wollten. Er hat ihn nicht im Griff, den Prozess, der ihm gemacht wird. Er scheitert und stirbt. Vieles,   was   uns   in   der   jüdisch-christlichen   Botschaft   erzählt   und   ans   Herz   gelegt   wird,   weist   uns   hin   auf   eben   diese   Verletzlichkeit   und   auf   hilfreiche   Wege,   damit umzugehen.   Ich   glaube,   die   Menschheit   hat   dies   zu   wenig   beherzigt.   Viele   von   den   Regeln,   die   uns   gegeben   sind,   helfen,   die   Erde   verantwortungsvoll   zu   bebauen und   alle   Geschöpfe   zu   bewahren.   Wir   haben   die   Chance,   immer   noch,   umzukehren   und   auf   neue   Wege   und   auf   andere   Visionen   zu   setzen   als   in   den   letzten Jahrzehnten. Ich   bin   sehr   beeindruckt,   wie   viele   Menschen   sich   unermüdlich   engagieren,   um   zu   helfen,   um   innovative   Ideen   umzusetzen,   damit   Menschen   gesundwerden,   nicht angesteckt   werden,   in   der   Isolation   bestehen   können.   Auch   in   der   Forschung   werden   große   Schritte   gegangen.   Das   sind   alles   Zeichen   von   Hoffnung!     Das   wird   uns prägen beim Weg in die Zukunft. Der   Glaube   an   Gott,   der   uns   in   Jesus   Christus   ganz   nah   gekommen   ist,   kann   uns   helfen,   nicht   ängstlich   sich   zu   ducken,   weil   da   ein   strafender   Gott   am   Werk   ist.   Nein. Sondern auf den Mut zu vertrauen, den Gott uns in Herz senken will. Die   Welt   ist   stiller   geworden.   Sicher   auch   Ihr   Alltag!   Die   Stille   bietet   die   Chance   zu   hören.   Nicht   nur   auf   Stimmen   im   Fernsehen   und   Radio   und   in   sozialen Netzwerken. Das ist wichtig, aber nicht alles. Hören Sie auf das, was in Ihrem Herzen aufkeimt und zu Ihnen spricht, wenn Sie die Stille aushalten. Vielleicht   klingt   ein   Bibelvers   viel   kräftiger   in   Ihnen   nach   als   sonst   im   Getümmel   des   Alltags?   „Gott   hat   uns   nicht   gegeben   den   Geist   der   Verzagtheit,   sondern   den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (2.Tim.1,7) Das tröstet, stärkt mich. Zudem: „In   Gott   leben,   weben,   sind   wir“.   Dieser   Vers   aus   der   Apostelgeschichte   verweist   uns   zu   einander   und   verbindet   uns   mit   Gott.   Kein   Mensch   „muss   persönlich   mit dieser   Krise   fertig   werden“   (Zitat   aus   der   Eingangsfrage).   Gott   bietet   an,   uns   zu   begleiten,   seinen   Worten   und   seiner   Geistkraft   zu   vertrauen.       Er   ist   kein   Gott   der Strafe, sondern Immanuel - Gott mit uns. Mit guten Wünschen in schweren Zeiten. Ihre B. Schäfer Antwort von Pfr. i.R. Nicol Kaminsky aus Essen: Was hat Gott mit Corona zu tun? Die Frage müsste eher lauten: Was hat Gott mit mir in Zeiten von Corona zu tun? Ob   ich   infiziert   bin   oder   nicht,   ob   ich   sehr   krank   werde   oder   das   Virus   spurlos   an   mir   vorübergeht   –   in   allem   ist   Gott   gegenwärtig und   mir   nah.   Ich   habe   die   Aufgabe   verantwortlich   mit   den   Herausforderungen   der   Zeit   umzugehen,   dazu   gehört   auch   die Bedrohung    durch    das    Virus.    Ich    arbeite    nicht    „systemrelevant“,    sondern    gehöre    zu    einer    Risikogruppe.    Für    mich    heißt Verantwortung   zu   übernehmen   darum,   andere   und   mich   -   so   gut   es   mir   möglich   ist   -   zu   schützen   und   zu   helfen,   wo   ich   kann.   Ich habe   die   Chance   für   andere   und   mich   selbst   zu   beten   –   um   Kraft,   um   Geduld,   um   Liebe,   Beharrlichkeit   und   Trost   –   und   so   zur Entlastung   und   Gelassenheit   beizutragen.   Ich   kann   natürlich   auch   für   Gesundheit   beten,   weil   ich   die   Gewissheit   habe,   dass letztlich die Welt in Gottes Händen liegt, ich kann aber Gott nicht zwingen, Wunder zu tun. Ich   bin   mir   sicher,   dass   Menschen,   die   durch   persönliche   Krisen   herausgefordert   werden   –   dazu   gehören   auch   Erkrankungen   –   neu   Vertrauen   zu   Gott   finden   können. Ich   glaube   aber   nicht,   dass   Gott   Herausforderungen   wie   Kriege   oder   Krankheit   zu   einem   System   macht,   mit   dem   er   uns   quasi   erpresst.   Gottes   Wesen   ist   die   Liebe,   er lädt   uns   ein,   er   will   Gutes   für   uns.   Er   will   mit   uns   in   Beziehung   treten,   darum   lässt   er   uns   die   Freiheit,   auf   sein Angebot   zu   antworten.   Im   2.   Korintherbrief   (Kapitel 5,   19)   heißt   es,   dass   Gott   die   Welt   mit   sich   versöhnt   hat   in   Christus.   Für   mich   ist   es   absurd   zu   glauben,   dass   er   dann   trotzdem   die   Menschheit   durch   einen   Virus strafen würde. Antwort von Pfr. Helmuth Wolff aus Zell: Ist     CORONA   eine   Strafe   Gottes?   Wenn   ja,   dann   müsste   man   auf   jeden   Fall   wissen,   für   was,   sonst   wäre   eine   Strafe   auf   jeden   Fall völig   sinnlos.   In   der   Bibel   gibt   es   den   Gedanken   öfters.   König   David   wir   für   seine   Eitelkeit   bestraft,   das   Volk,   das   nichts   dafür   kann, gleich   mit.   Im   NT   wird   ein   heuchlerisches   Ehepaar   bestraft   usw.   aber   wer   sagt   uns,   dass   das   Strafen   Gottes   sind?   Ich   könnte   das nicht.   Wenn   überhaupt,   denke   ich,   kann   man   von   Strafen   Gottes   nur   persönlich   reden,   weil   man   etwas   für   sich   so   empfindet.   Aber sonst? Nun   kam   aber   ein   schweizer   Arzt   kürzlich   mit   dem   Gedanken   um   die   Ecke,   die   »Evolution«   könnte   uns   das   Corona-Virus   geschickt haben,   um   wieder   etwas   »in   Ordnung«   zu   bringen.   Erstaunlich.   Die   »Evolution«   will   uns   noch   eine   Chance   geben.   Damit   es   nicht   so kommt:   Treffen   sich   zwei   Planeten.   Der   eine:   »Du   siehst   furchtbar   aus«.   Der   andere:   »Ach,   ich   habe   die   Menschen«.   Darauf   der erste:   »Ja,   das   ist   übel,   aber   sei   froh,   das   geht   vorbei…«   Der   Mensch,   eine   Virus,   das   dann   irgendwann   vom   Immunsystem   abgetötet wird? Leider verhalten wir uns öfters genau wie ein Virus: Wir beuten den Wirt aus, bis er nichts mehr hergibt. Trotzdem,   ich   denke   nicht,   dass   jemand   von   uns   die   Kompetenz   und   die   Autorität   hat,   etwas   als   die   Strafe   Gottes   zu   bezeichnen,   auch   nicht   das   Corona-Virus. Zumal,   wenn   es   andere   betrifft. Aber   ob   uns   das   Virus   auf   Fehlentwicklungen   aufmerksam   machen   könnte?   Das   wäre   nicht   der   verkehrteste   Gedanke.   Doch   auch   das müssen   wir   selber   deuten.   Mir   persönlich   fiele   da   einiges   ein,   wo   ich   den   Eindruck   habe,   dass   wir   so   nicht   weiter   machen   können,   allen   voran,   dass   unsere   Staaten nur   funktionieren,   wenn   es   ständiges   Wirtschaftswachstum   und   mehr   Konsum   gibt.   Denn   das   würde   für   alle   bald   8   Milliarden   Menschen   niemals   gehen,   so   viele Ressourcen hat dieser Planet nicht. Es   ist   schon   erstaunlich,   wie   ein   Virus   unser   ganzes   System   ins   Wanken   bringt.   Ich   persönlich   möchte   nicht   von   einer   Strafe   Gottes   reden,   aber   ein:   »Halt,   denk   mal nach,   bevor   es   zu   spät   ist!«,   das   könnte   Corona   schon   sein.   Dann   wäre   es   keine   Strafe,   sonder   eine   Chance,   freilich   nur   für   die   Überlebenden.   Das   wäre   das   Zynische an   dieser   Überlegung.   Andererseits   haben   wir   das   öfters,   dass   einige   die   Suppe   einbrocken   und   die   Mehrheit   muss   sie   (mit)   auslöffeln.   Wir   Menschen   leben   nun einmal in einer Verantwortungsgemeinschaft. Also, Corona eine Strafe Gottes? Ich könnte das nicht sagen. Eine Warnung, eine Mahnung? Wenn wir uns das wirklich zu Herzen nähmen, dann wäre es sicher nicht verkehrt. Da spielt es auch keine Rolle, ob jemand denkt, das schickt uns Gott oder »die Evolution«. Hauptsache erst einmal, wir ändern etwas, und zwar so, dass alle etwas zum Leben haben. Gemeinsames Abendgebet und Gottesdienst Wir   laden   ein,   zum   Sofa   -   Gottesdienst   der   Evangelischen   Dreisam3-   Gemeinde   in   Freiburg.   Jürgen   Ander   wird   jeden   Samstagabend   einen   Link   zu   dem   jeweiligen Sofa-Gottesdienst hochschalten. So gelangen Sie zu dem Gottesdienst mit Impulsen, Texten, Gebeten und Liedern – zum mitsprechen und mitsingen oder zuhören. Die   Evangelische   Landeskirche   in   Baden   ruft   dazu   auf,   sich   jeden   Abend   um   19.30   Uhr   für   ein   gemeinsames   Gebet   Zeit   zu   nehmen.   In   vielen   badischen Kirchengemeinden   läuten   –   teilweise   auch   ökumenisch   –   um   diese   Zeit   außerdem   die   Kirchenglocken   und   rufen   zum   Gebet.   Gläubige   können   so   allabendlich   ihr   ganz persönliches Gebet formulieren oder sich von aktuellen Gebeten inspirieren lassen. Ideen dazu sind gesammelt unter www.ekiba.de/kirchebegleitet . In einer weiteren Aktion – initiiert von der katholischen Kirche in Oberhausen -, die sich inzwischen überregional und konfessionsübergreifend verbreitet hat, wird dazu aufgerufen, um 19 Uhr eine Kerze ins Fenster zu stellen und dabei das Vaterunser zu beten. Digitales Kirchenkaffee Sonntags   nach   dem   Gottesdienst   haben   wir   ja   üblicherweise   unser   Kirchenkaffee.   Das   ist   zur   Zeit   so   nicht   möglich,   aber   in   einer   Telefonkonferenz   können   wir Sonntags   ab   11   Uhr   ein   Digitales   Kirchenkaffee   anbieten.   Jede   und   Jeder,   der   den   digitalen   Kaffee   oder Tee   mittrinken   möchte,   bitte   seine   oder   ihre Telefonnummer bei Thomas Lohse 07673 8884784 angeben, und wir rufen Sie an - in die Telefonschalte.
Above All- Esther Kaminsky